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Magdalenenfjord und andere auf Spitzbergen (Svalbard , Norwegen )
Sonntag den 10. bis Montag den 11. Juli 2005




Spitzbergen war für mich persönlich eines der Hauptziele dieser Reise.


Diese Insel kann man nicht so einfach bereisen wie Mallorca oder andere Ferienparadiese. Die Natur wird hier streng geschützt und Touristen dürfen keine Spuren hinterlassen.


Auf Svalbard leben ca. 2500 Menschen. Davon sind ungefähr 2/3 Norweger und 1/3 Russen oder Ukrainer. Die Stadt Longyearbyen verfügt nicht nur über eine Bank, eine Post und einen Supermarkt. Es gibt dort viele Hotels und sogar einen Campingplatz. Hier legen viele Kreuzfahrtschiffe an und es gibt Touren von hier bis zum Polareis. Der Flugplatz hier wird von Tromso aus angeflogen.

Karte von Svalbard
Die Karte unterliegt der Gnu Free Documentation License, ich habe lediglich den Magdalenenfjord gekennzeichnet.


Mehr als die Hälfte der Fläche von Svalbard ist dem Naturschutz gewidmet. Es gibt drei Nationalparks, drei Naturreservate und 15 Vogelschutzgebiete. Diese ergeben zusammen mehr als 35.000 qkm.

Hier oben leben Walrosse , Polarfüchse und sogar Rentiere .

Viele Vogelarten nisten hier in den letzten Ausläufern des Golfstroms. Greifvögel kommen nicht vor, da es keine Nagetiere gibt.

Es gibt so weit im Norden keinen Baum. Auch Sträucher kommen hier nicht vor. Ein wenig Gras und einige Moose und Flechten sind dafür fast überall zu finden. Durch die natürliche Düngung findet man am meisten Grün dort, wo Vögel nisten.

Der früher fast ausgestorbene Polarbär hat hier eine Heimat gefunden. Auf der Inselgruppe leben insgesamt ca. 3.000 Eisbären .

Svalbard kommt in Sicht

Im Norden von Spitzbergen

Wir fuhren in den Magdalenenfjord ein und das Schiff ankerte vor der Gräberhalbinsel.

An Land erwarteten uns bereits die beiden Ranger, die hier die Natur vor den Touristen beschützen sollen und umgekehrt. Das Umgekehrt ist kein Witz. Mit mehr als 2.000 Eisbären ist diese Gegend die mit der höchsten Population von Polarbären auf der ganzen Welt. Allerdings bekamen wir keine zu sehen.

Im Magdalenenfjord

Landgang auf der Gräberhalbinsel

Natürlich nisten hier auch viele Vögel.

Bevor wir unseren Landgang antreten konnten, wurden wir auf die Besonderheiten hingewiesen. Wir sollten die Stellen meiden, an denen Vögel lagern und auf deren Proteste reagieren.

Besonders interessant fand ich den Umgang mit allem Grünen. Weil das Wachsum hier im hohen Norden sehr viel langsamer vonstatten geht als sonstwo auf der Welt, durften wir Stellen mit Gras, Moos oder Flechten nicht betreten.

Es ist sogar verboten auch nur einen Stein mitzunehmen. Es könnte sich Leben daran befinden.

Ein Haus inmitten des Naturschutzgebietes

Der Aufenthalt hier hat großen Eindruck auf mich gemacht. Es ist für die Natur sehr mühsam, hier zu gedeihen, aber es geht.

Die Berge, Gletscher und das Meer wirken auf einen aufmerksamen Menschen sehr stimulierend. Schade dass ich keine Gedichte schreiben kann.

Das Eis von Spitzbergens Gletschern

Aber andere Menschen sind gegenüber der Natur und Landschaft nicht so sensibel. Ich empfand es als sehr beschämend, dass für uns Touristen an so einem herrlichen Ort erstmal ein Glühweinstand errichtet wurde. An Bord gibt es doch Kneipen ohne Ende.

Zum Schluss wurde dann noch Gletschereis gesammelt, um abends den Whisky damit zu trinken!

Blick auf die Gräberhalbinsel und die Gletscher im Magdalenenfjord

Die Gletscher sind sehr groß und fließen nur langsam. Der Gletscher auf den Bildern hier hat eine Dicke von über 50m. Da die Temperatur im Sommer weit über dem Gefrierpunkt liegt, brechen regelmäßig Stücke ab. Man sagt, der Gletscher kalbt.

Die Gletscher hier sind derzeit auf dem Rückzug. Die Seekarten an Bord waren aus den 70er Jahren. Auf diesen Karten waren die Gletscherzungen noch wesentlich weiter ins Meer gezeichnet.

Abschied vom Magdalenenfjord

Die Farbe des Eises ergibt sich aus zwei Faktoren. Zunächst ist da einmal das Wasser selbst. Wasser ist blau. Das kann man zwar in einer Badewanne nicht erkennen, weil dort nur sehr wenig Wasser ist. In einem Meer oder großen See sieht man es dagegen deutlich.

Durch den Druck, den der Gletscher auf sich selbst ausübt, ist die Dichte des Eises sehr hoch. Deshalb kann man die Farbe deutlich sehen.

Zum anderen nimmt der Gletscher auf seinem Weg zum Meer alle möglichen Mineralien mit. Diese haben natürlich auch Einfluss auf die Farbe des Gletschers. Der rote Farbton an der Oberfläche wird jedoch von den Sporen der Schneealgen hervorgerufen. Denn selbst im Gletscher gibt es Leben.

Andere Gletscher auf Spitzbergen

Wie immer, so mussten wir auch diesmal aufbrechen. Wir fuhren an der Küste Spitzbergens entlang, um noch andere Fjorde und andere Gletscher zu sehen.

Ich hoffe, dass die Regierung Norwegens dieses riesige Naturschutzgebiet im Norden von Spitzbergen weiterhin schützt. Es ist wirklich unberührte Natur.

Spitzbergens große Gletscherfelder


Zum Glück gibt es auf Spitzbergen nicht viele Bodenschätze. Es wird zwar weiter im Süden Kohle abgebaut, aber wahrscheinlich hat das mehr politische als wirtschaftliche Gründe.

Wegen des Kohlebergbaus dürfen die Russen hier gemäß internationalen Verträgen nämlich ihre Siedlungen unterhalten.

Abschied von Spitzbergen

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